Der Anfang
Christian und ich kannten uns aus einem gemeinsamen Projekt bei der UBS. Irgendwann war für uns beide klar: Wir wollten etwas Sinnvolles machen, etwas Eigenes. Wir kündigten. Yapeal war nicht das erste, was wir auf dem Tisch hatten. Aber es war die Idee, die hängenblieb.
Eine Schweizer Bank, die nicht auf Legacy-Systemen aufbaut, sondern von Tag 1 cloud-native und in Echtzeit funktioniert. Kein Kundenkonto, das nachts processed wird. Keine Drei-Tage-Wartezeit auf Überweisungen.
Ich war einer der ersten Personen im Kernteam. Bootstrap, eigenes Geld, kein Backer im Hintergrund. Im Juni 2018 ging Yapeal mit fünfzehn Mitgründern im Handelsregister an den Start. Ungewöhnlich viele. Aber die Idee war von Anfang an, das Unternehmen breit zu verankern, nicht als Ein-Mann-Vision aufzubauen.
Mein Auftrag: dem Ding ein Gesicht geben. Bevor es eine App gab. Bevor es eine Lizenz gab. Bevor es überhaupt einen offiziellen Firmennamen gab.
Naming: Yap → Yappeal → Yapeal
Wir wollten einen Namen mit Substanz. Yap ist eine pazifische Insel, berühmt für ihr Steingeld: gewaltige Felsbrocken, die als Währung dienen, ohne je den Besitzer physisch zu wechseln. Eine Geschichte über Vertrauen, Konsens und symbolisches Geld. Genau das, worum es bei einer digitalen Bank im Kern geht.
Ich wollte dann auch, dass es appealing klingt. Daraus wurde Yappeal. Beim Logo-Entwurf: den ich selbst gemacht habe: entschied ich mich, ein p zu streichen. Yapeal wirkte sauberer. Ich kaufte die freien URLs Ende 2017.
Die Marke war geboren, bevor die Firma überhaupt existierte.
Vom belächelten Startup zum Branchen-Liebling
Der Start war harzig. Eine Schweizer Neo-Bank ohne Banking-Lizenz, ohne Backing einer Grossbank, ohne fertiges Produkt. Die Branche hat uns am Anfang nicht wirklich ernst genommen.
Ich begann, das zu drehen. Über Community-Aufbau. Über Transparenz statt PR-Glanz. Über persönliche Sichtbarkeit auf LinkedIn, in Podcasts, in Interviews, auf Bühnen. MoneyToday begleitete uns „seit der ersten Codezeile". Ich wurde zum Gesicht von Yapeal: nicht weil ich es geplant hatte, sondern weil eine Marke ohne Mensch im Schweizer Finanzplatz nicht funktioniert.
Die Alpha-Community wuchs auf rund 100 frühe Tester, die spätere Community auf rund 2'000. Beim ersten Crowdfunding sammelten wir knapp 1 Mio. CHF in 6 Tagen ein, bei tiefen Einstiegshürden, weil es uns nicht ums Kapital ging, sondern darum, die Community zu Mitbesitzern zu machen.
Der Wendepunkt
Im März 2020 kam der Wendepunkt: FINMA-Lizenz. Die erste überhaupt. Die FINMA-Arbeit selbst lag in den Händen eines Kollegen. Ich habe sie kommunikativ begleitet. Aber die Wirkung war für die Marke, was eine Mondlandung für die NASA ist.
Ab da waren alle Augen auf uns gerichtet.
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